Da wir in der ersten Woche unseres 3-wöchtigen Urlaubes auf Boa Vista Oma als Babysitter zur Verfügung hatten, haben wir uns dazu entschieden in diesem Zeitraum einen Inselausflug zu buchen: Die große Boa Vista Tour.


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Natürlich war es schön mal ein bis zwei Stunden im Hotel für sich zu haben, bzw. den Abend romantisch im A-la-carte Restaurant zu genießen, aber wir hatten durch meine Mutter, die in der ersten Woche mit dabei war, die Möglichkeit mit einem Ausflug aus dem Hotel rauszukommen und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Hallo? Wir sind 5.000 Kilometer auf die Kap Verden geflogen, da wollten wir ja auch was von der Insellandschaft im Atlantik sehen.

Ich habe in der Mittagspause beim Babypool kurz online recherchiert (ja WLAN ist dort möglich!) und habe dann die deutsche Ausflugsveranstalterin CABOKAITOURS entdeckt.

Über Skype habe ich mit Kai telefoniert und schnell Plätze für die nächste „Große Boa Vista Tour“ am darauffolgenden Tag gebucht. Sie sagte, dass es kein Problem sei unsere Tochter mitzunehmen – die Autos würden nicht schnell fahren. Sie erwähnte, dass schon oft Babys mit auf Tour dabei waren.

Wir sind morgens um 9 Uhr vor unserem Hotel von drei Geländewagen abgeholt worden. Oma und die Kleine saßen drin und mein Mann draußen – wie auf Safari.

Der erste Aufenthaltspunkt der Inseltour war eine kleine Töpferfabrik in Rabil, unweit des Flughafens. Von dort aus hatten wir eine schöne Aussicht auf die Westküste und wir konnten uns den ersten Überblick über die Boa Vista verschaffen. Um zu dieser Töpferei zu kommen, sind wir durch den Ortskern von Rabil gefahren. Ein buntes Dorf, an dem die Spuren des ehemaligen Entwicklungslandes deutlich zu sehen sind.

Die Töpferei hat für das RIU Karamboa seinerzeit alle Leuchten/Laternen angefertigt. Mit solchen Projekten möchte die Regierung die Einwohner unterstützen und den Menschen auf Boa Vista ein Einkommen ermöglichen. Die großen Hotels bieten nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern geben auch Künstlern die Möglichkeit dort aufzutreten, oder – wie in diesem Fall – die Arbeit mit kreativen Töpferarbeiten auszuführen.

Anschließend hatten wir eine etwas längere Fahrt durch hügeliges Oasengebiet. Hier wurden wir kräftig durchgeschüttelt. Unsere Tochter ist zu diesem Zeitpunkt eingeschlafen und ist in meinem Arm tatsächlich oftmals gegen die Beifahrertür gestoßen, weil es so geruckelt hat. Kai hatte mir bei unserem Skype Telefonat mitgeteilt, dass es keinen Platz für die Babyschale gäbe. Ich war anderer Meinung. Außerhalb wurde es sehr staubig und es war gut, dass mein Mann sich wie ein Tuareg vermummt hat.

PRAXIS TIPP: Definitiv diesen Ausflug mit Babyschale antreten.

Am Santa Monica Strand angekommen, wurden wir für die Strapazen belohnt. Ein traumhaftschöner Strand ohne eine Menschenseele. Baden war möglich. Wir sind jedoch nicht tief ins Wasser gegangen, da wir vor der reißenden Strömung gewarnt worden waren. Es war eher ein Plantschen. Herrlich.

Weiter ging es mit den Jeeps Richtung Varandinha Strand (Schildkröten Strand). Bei der Fahrt saß ich draußen und musste mich ordentlich festhalten. Unser sogenannter „Driver“ ist im Sand Schlangenlinien gefahren. Dies hat natürlich Spaß gemacht, für unsere Tochter jedoch für Unmut gesorgt. In meinem Kopf drang die Stimme von Kai durch: „Wir fahren nicht so schnell!“ Nein gaaaaaaar nicht. 70 Sachen waren es bestimmt.

Bei den Höhlen angekommen haben wir zwar keine Schildkröten gesehen, da Dezember nicht der richtige Monat hierfür ist, allerdings hatten wir die Gelegenheit uns die schöne Höhlenlandschaft anzuschauen. Wir hatten Glück, denn es war Ebbe und der Weg zu den Höhlen war frei.

Mein Mann hat unsere Maus gut in der Trage über die Felsen tragen können.


BOA VISTA – SCHÖNE AUSSICHT


Der letzte Stopp vor der Mittagspause war die Fahrt durch die Dünen von Morro de Areia auf die höchste Sandbank der Insel. Von dort haben wir einen atemberaubenden Blick auf die Küste Boa Vistas bekommen – ein sogenannter Kodakmoment. Hier hat man bestimmt einen wunderbaren Ausblick beim Sonnenuntergang. Ich stellte mir vor mit meinem Mann auf der Düne zu sitzen, einen Sundowner zu trinken und dabei den Sonnenuntergang zu beobachten.

Naja, das war aufgrund eines fehlenden Geländewagens und einem Kleinkind nicht drin, nichtsdestotrotz gab es auch für uns einen Funfaktor: Wir konnten Sandsurfen. An dem Punkt war ich glücklich, dass Oma dabei war, denn sie konnte sich in der Zeit prima um unsere Kleine kümmern, die gespannt das ganze Szenario mit verfolgt hat.

Nach dem Surfen hatten wir eine lange Überfahrt durch die Insel zu unserem Lunch-Restaurant. Die Landschaft war karg und bot nicht viel. Die Fahrt dorthin hat knapp eine Stunde gedauert. Dort angekommen wurden wir in einem kleinen Restaurant mit Korbstühlen, umgeben von Bananenstauden und anderen Fruchtbäumen, im Schatten beherbergt.

Das Essen war lecker, aber auch nichts Besonderes. Das Ganze ging mir einfach zu schnell. Hinsetzen, Essen und wieder aufstehen. Ich musste mich um unsere Tochter kümmern, auf Toilette gehen, schnell essen und dann wieder weiter fahren. Ich wäre gerne dort noch entspannt sitzen geblieben. Und dafür sind wir eine Stunde hergefahren? Hat sich in in meinen Augen nicht gelohnt.

Vor dem Restaurant gab es noch einen kleinen Souvenirshop. Von denen es auf der Insel ehe nicht allzu Viele gibt. Auf dem Weg zu unserem Wagen bin ich von einem Einheimischen angesprochen worden, ob ich nicht zu seinem Souvenirshop unten an der Straße gehen möchte. Hahaha, ja ganz sicher. Alleeeeine. Und dann zeigt er mir da sein „Souvenir“, dass ich dann auch nach Hause mitnehmen kann. Ne, ne, danke – ich war ohnehin nicht an Mitbringsel interessiert.

Nach dieser kurzen Pause sind wir erneut in unsere Autos gestiegen und sind zu unserem letzten Ausflugsziel gefahren. Wir sind an den nördlichsten Punkt der Insel gefahren: Zum Praia da Atalanta – quasi einem Postkartenmotiv am Cabo Santa Maria.

Dort liegt ein altes Wrack vor der Küste und das ziemlich dicht an Ufer. Es war schon sehr beeindruckend davor zu stehen und die tobenden Wellen an dem alten Frachtschiff brechen zu sehen. Wir sind am Strand spaziert und haben Strandgut begutachtet.

An dieser Küste kommt die geballte Kraft des Atlantiks an. Die tosende See, wie ein Sturm. Der Wind blas uns um die Ohren und obwohl die Sonne stark geschienen hat, war mir kalt.

INSIDER TIPP: Leichte luftdurchlässige Bluse auf dem Trip tragen. Es schützt nicht nur vor der Sonneneinstrahlung, auch vor dem aufwirbelnden Sand beim Fahren und vor allem schützt es vor dem Fahrtwind, sowie den Winden an den Küsten. Frostbeulen sollten zusätzlich ein Tuch mitnehmen, welches man sich um den Hals wickeln oder auf den Kopf binden kann.

Die letzte off-road Fahrt war sehr steinig, da es keinen asphaltierten Weg zum Wrack gibt. Am Ende des Tagestrips hat meinem Mann der Allerwerteste wehgetan, sodass wir auf der Rückfahrt gewechselt haben und ich das letzte Stück draußen gefahren bin. Durchgefroren und durchgeschüttelt habe ich mich am Ende dieses Ausfluges gegen 15 Uhr gefreut ins Hotel zurückzukommen.

FAZIT


Am Ende der Reise haben wir einen guten Eindruck von der Insel Boa Vista erhalten. Die karge Mondlandschaft ist einen Ausflug definitiv wert. Und wir hatten das Gefühl, dass wir auf Safari waren. Das Beste war, dass wir diesen Ausflug zusammen mit unserer Tochter erleben konnten.


Disclaimer: Den Ausflug haben wir im Dezember 2019 erlebt. Der Ausflug wurde von uns selbst geplant und bezahlt. Es gab keinerlei Sponsoren oder Unterstützer.